Bio-Betrieb erlebt verbale Attacken von Rechts

Diese Plakat hat die Anfeindungen gegen den hessischen Bio-Betrieb ausgelöst. Foto: Biokreis e.V./Nicole Denk

10.10.2018 . Wie der Verein "Biokreis" in einer Pressemitteilung bekannt gab, erlebte einer seiner Betriebe auf Facebook massive verbale Anfeidungen von Rechts. Auslöser war wohl ein Plakat mit den Worten "Nein zur AfD", das die Betriebsleiter an einem Traktor befestigt hatten.

Nach massiven menschenverachtenden Anfeindungen, die ein Betrieb des ökologischen Anbauverbands Biokreis e.V. im sozialen Netzwerk Facebook erlebte, solidarisiert sich der Biokreis mit dem Betrieb und positioniert sich für Toleranz, Respekt und Weltoffenheit.

Auslöser der Anfeindungen: ein Plakat
Vergangene Woche veranstaltete die AfD in der Reichenberghalle in Reichelsheim in Hessen ein Bürgergespräch. Nicole Denk und Gerd Arras vom Biokreis-Betrieb Hardthof in Gumpen nahmen an der friedlichen Gegenkundgebung zu dieser Veranstaltung teil. Auf dem Parkplatz vor dem Veranstaltungsort stellten sie ihren Traktor auf, an dem ein Plakat mit folgendem Text befestigt war: „NEIN zur AfD / #wirsindmehr“. Spontan teilten sie ein Bild des Traktors auf ihrer Facebook-Seite.


Kurz darauf wurde der Betrieb auf Facebook massiv angefeindet. Im Sekundentakt wurden unter dem Foto Hasskommentare, Beleidigungen, Drohungen und Aufrufe zum Boykott der hofeigenen Milchtankstelle auf der Seite gepostet. Viele der Kommentatoren vertraten eindeutig rechtes Gedankengut.
Hilfe kam von der Initiative #ichbinhier, die mit positiven Kommentaren ein Zeichen gegen den Hass setzte. Nicole Denk und Gerd Arras bedanken sich für die Solidarität und Unterstützung, die sie von dieser Facebook-Gruppe und von anderen in dieser Situation erhalten haben. „Wir werden uns weiterhin klar gegen Rechts positionieren und uns nicht einschüchtern lassen. Jetzt sogar noch deutlicher als vorher“, sagte Nicole Denk. 

Bio-Branche tritt gemeinsam für Weltoffenheit und Toleranz ein
Der Biokreis solidarisiert sich mit dem Hardthof und wendet sich klar gegen jede politische Hetze und Anfeindung. „Wir sind bestürzt darüber, was Nicole Denk und Gerd Arras erlebt haben“, sagt Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer. „Es gibt keine Rechtfertigung für solch menschenverachtendes Verhalten. Jedem ist freigestellt, seine Meinung zu äußern, aber das muss mit Respekt und Anstand geschehen.“
Der Biokreis bekräftigt damit die Position des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), dessen Vorsitzender Dr. Felix Prinz zu Löwenstein sich zur politischen Verantwortung der Bio-Branche bekannt hatte: „Der BÖLW und seine Mitglieder, die Verbände der deutschen Bio-Bauern, -Verarbeiter und -Händler, haben sich in ihren Satzungen verpflichtet, rassistischen, verfassungs- und fremden-feindlichen Bestrebungen und anderen diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen entschieden entgegen zu treten.“


Die deutsche und die internationale Öko-Bewegung und damit auch der Biokreis treten gemeinsam für eine Gesellschaft ein, die weltoffen ist, Toleranz lebt und in der jeder Mensch mit Respekt behandelt wird. Biokreis e.V./aro


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