Lastenräder: Packesel mit Power

Lastenräder können eine echte Alternative zum Auto sein. Foto: F. Schildmann

05.05.2022 . Massiver Rahmen, große Ladefläche, leichter Antritt: Lastenräder mit Elektroantrieb sind ein praktisches Transportmittel auf kurzen Strecken zwischen Betrieb und Hofladen oder im Stadtverkehr mit verstopften Straßen.

Bei der Wahl des passenden Modells gibt es einiges zu beachten.

  • Klären Sie vor der Investition ab, inwiefern Sie als Gewerbetreibender
    für den Kauf eines Lastenrades von
    einer Förderung von Bund, Land oder
    Stadt profitieren können. Um bei-
    spielsweise in den Genuss der Bun-
    desförderung zu kommen, müssen
    E-Lastenfahrräder sowie E-Lastenanhänger jeweils ein Mindest-Transportvolumen von 1 m3 und eine Nutzlast von mindestens je 150 kg aufweisen.
  • Bei der Motorauswahl stehen Hinterrad-, Mittelrad- und Frontmotoren zur Auswahl. Alle haben Vor-und Nachteile: So dreht das Vorderrad schnell durch, wenn der Motor vorne verbaut ist, beim Hinterradmotor lässt sich das Hinterrad im Falle einer Panne nur schwer ausbauen. Im Tretlager verbaute Mittelmotoren sind dagegen oft deutlich teurer, setzen sich aber immer mehr durch. Sehr leistungsstark ist bei-spielsweise der Bosch Performance CX (75 Nm-Motor.) Er wurde ursprünglich für Mountain-Bikes ent-wickelt und ist ideal für mehr Leistung am Berg oder schwere Lasten.
  • Die Akku-Reichweite wird durch folgende Faktoren beeinflusst: Die Leistung des Akkus, das Gewicht des Fahrers und der Zuladung, den Reifendruck, die Unterstützungsstufe, die Beschaffenheit der Strecke sowie die Wetterbedingungen wie Kälte, Hitze, Wind oder Regen.
  • Je größer der Wattstunden-Wert (Wh-Wert) der Batterie, desto größer ist auch die Reichweite des Akkus. Akkus mit 500 Wh sind bei Lastenrädern empfehlenswert. Einige Hersteller verbauen sogenannte Dual-Batterien. Hier werden zwei Akkus mit jeweils 500 Wh parallel geschaltet, das heißt, in Betrieb werden beide Akkus zeitgleich entladen. An der Ladestation laden sie sich auch gleichzeitig wieder auf.
  • Achten Sie darauf, dass sich die Akkus einfach ein- und ausbauen lassen.
  • Nabenschaltung hat im Vergleich zur Kettenschaltung den Vorteil, dass der Fahrer selbst bei voll bepackten Lastenrädern sofort losstrampeln kann, da sie sich im Stand schalten lässt. Außerdem ist sie weniger war- tungsintensiv. Nachteil: Sie ist meist teurer und schwerer.
  • Grundsätzlich empfehlenswert sind hydraulische Scheibenbremsen. Durch ihr hohes Bremsvermögen bieten sie Sicherheitsreserven beim Transport schwerer Lasten auf Strecken mit Gefälle.
  • Transportkisten: Je nach Hersteller werden Boxen aus Kunststoff, z. B. EPP (expandiertem Polypropylen), oder Holz angeboten. Riese & Müller bietet beispielsweise ein System aus Holz an, bei dem die Seitenwände nach Bedarf abnehmbar sind.
  • Ihr Lastenrad lässt sich prima für Marketingmaßnahmen einsetzen. Fragen Sie deshalb nach, ob für die Transportbox ein Werbeaufdruck lieferbar ist.
  • Testen Sie vorab, ob die Maße der Transportbox beispielsweise für Ihre Gemüsekisten ausreichen.
  • Um das Transportgut vor Schmutz und Regen zu schützen, sollte die Transportkiste eine Abdeckung, bei- spielsweise aus Lkw-Plane, haben. Verschließbare Deckel sind empfehlenswert, falls Sie das Lastenrad unbeaufsichtigt stehen lassen müssen.
  • Achten Sie darauf, dass sich Fahrradsitz, Lenkstange und Lenker flexibel je nach Körpergröße des Fahrers einstellen lassen.
  • Während eine Gabelfederung zur Standardausstattung gehört, sorgt auch eine Sattelfederung für mehr Fahrkomfort. Hierfür muss ein Aufpreis von 40 bis 200 € einkalkuliert werden.
  • Für Lastenräder sind breitere Räder von Vorteil (z. B. Big Ben von Schwalbe mit 55 oder 62 mm), da sie für mehr Halt auf der Straße sorgen. Für Packesel mit drei Rädern sind auch Pkw-Reifen möglich.
  • Planen Sie ausreichend Diebstahlschutz ein, falls Sie Ihr Rad am Straßenrand parken.

Alles zum Thema lesen Sie in Ausgabe 4-2019.

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