Kreative Ideen in der Krise

Die Ostertorte zu den Kunden liefern? Vielleicht eine Idee. Weitere hat nun die Landwirtschaftskammer NRW veröffentlicht. Foto: M. Drießen

02.04.2020 . Das Landservice-Team der Landwirtschaftskammer NRW hat Impulse und Anregungen für kreative Maßnahmen in Hofläden gesammelt und veröffentlicht. Sie sollen der Absatzförderung dienen, um gemeinsam die schwierigen Zeiten zu tragen.

  1. Klare Kommunikation in Krisenzeiten. Der Kunde honoriert Klarheit. Daher ist eine transparente Kommunikation sehr wichtig. Erklären Sie Ihren Kunden in eindeutigen Worten, warum Ihr Betriebsablauf nicht so funktioniert, wie gewohnt.
  2. Bleiben Sie positiv. „Wir sorgen für Ihr Ostermenü, damit es Ihnen Zuhause schmeckt. Für einen reibungslosen Ablauf in ungewöhnlichen Zeiten bitten wir um die Einhaltung dieser Regeln. Das machen wir mit dem größtmöglichen Schutz für uns Alle.“
  3. Kommunizieren Sie in den sozialen Netzwerken, was Sie für die Hygiene tun.
  4. Ausweitung der Öffnungszeiten, um den Kundenstrom zu strecken, damit sich weniger Menschen in einem Raum aufhalten.
  5. Die Mitarbeiter arbeiten in zwei Schichten. Der Hofladen wird für eine Stunde geschlossen, damit der Mitarbeiterwechsel kontaktlos erfolgen kann. Das dient dem Gesundheitsschutz.
  6. Kunden den Abstand zueinander sichtbar machen: Hofläden und Automatenstationen bieten wenig Bewegungsraum. Damit Kunden sich an den erforderlichen Abstand halten können, ist es sinnvoll den Boden mit deutlich erkennbaren Klebeband zu markieren. Dabei längs ein Band kleben, damit der Abstand zur Kasse gehalten wird, aber auch quer kleben, damit die Kunden den seitlichen Abstand erkennen und einhalten können.
    Sollte der Verkaufsraum zu klein sein, dann können die Kunden gebeten werden, nacheinander einzutreten. Draußen vor der Tür sind Abstandmarken ebenfalls empfehlenswert.
  7. Verlagerung eines Verkaufsstandes vor den Hofladen ins Freie.
  8. Beim Bezahlen können Kunden auf das kontaktlose Zahlen hingewiesen werden, sofern das Terminal diese Technik zulässt. Erkennbar ist das kontaktlose Bezahlen am Wellensymbol. Unter 25 Euro ist keine Eingabe der Geheimzahl notwendig. Das Verfahren ist besonders empfehlenswert, da es mehr Distanz im Bezahlvorgang ermöglicht. Außerdem gibt es keinen Kontakt mit den Tasten.
  9. Fahrende Händler mit Liefertouren können nun die Kontaktpunkte auf ihrer Tour erhöhen.
  10. Annahme telefonischer Bestellungen, damit die Ware an einer Abholstation oder an einem Drive-in-Schalter nur noch abgeholt werden muss.
  11. Kofferraum-Lieferdienst: die Kunden können telefonisch Frischeboxen in zwei standardisierten Größen bestellen. Sie werden beliefert. Bei der Übergabe der Ware öffnet der Fahrer den Kofferraum und tritt zurück. Der Kunde entnimmt die Ware und legt das Geld hinein. Für diese besondere Serviceleistung zeigen die Kunden Bereitschaft, Liefergebühren zu bezahlen.
  12. Pickup-Station statt BringHome-Service einrichten: Lieferdienste boomen. Damit sich die Außer-Haus-Lieferung organisatorisch besser abwickeln lässt, kann zu einer festen Uhrzeit ein Zustellpunkt über die sozialen Netzwerke bekanntgegeben werden. Dort im Freien können die Kunden ihre gewünschten Waren abholen, die sie zuvor telefonisch bestellt haben. Alternativ können beispielsweise Ostermenüs für zwei oder vier Personen als Paket vorgepackt werden. Der Kunde wählt die entsprechende Größe zu einem fest kalkulierten Preis aus. Er hält das Geld abgezählt bereit, legt es in eine Box und nimmt sich sein Paket, ohne Kontakt zum Mitarbeiter haben zu müssen.
  13. Für die anstehende Spargelsaison: Gängige Gebinde bereits mit Handschuhen in Tüten vorverpacken. Dann muss nur noch kassiert werden.
  14. Bei dem Verkauf von Lebensmitteln, insbesondere Obst, Gemüse oder Spargel ist das Infektionsrisiko unwahrscheinlich. Diese Lebensmittel gut waschen. Bei der Zubereitung wird das Infektionsrisiko durch die Hitze beim Kochen oder Braten noch weiter gesenkt.
    Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

Bauernhofgastronomie und Urlaubshöfe

  1. Falls Ihr Betrieb geschlossen ist, bleiben Sie trotzdem im Gespräch. Füttern Sie Ihre Seiten in den sozialen Medien, denn Ihre Kunden und Gäste verbringen zuhause viel Zeit und stöbern in den sozialen Medien. Berichten Sie über Ihren Alltag oder geben Sie Back-Tipps für die bevorstehende Ostertorte.
  2. Überarbeiten Sie Ihr Sortiment oder modernisieren Sie Ihre Speisekarte. Bereiten Sie eine neue Torte oder ein neues Gericht vor, mit dem Sie Ihre Kunden bei der Wiedereröffnung verwöhnen.
  3. Analysieren Sie Ihre Speisekarte. Wo finden sich Stellschrauben, die helfen, die Rendite zu verbessern?
  4. Wenn Sie bald wieder öffnen dürfen, werden Ihre Gäste wahrscheinlich am liebsten draußen sitzen. Arbeiten Sie an Ihrer Außengastronomie und verschönern Sie zum Beispiel Ihre Terrasse.
  5. Für Gastgeber auf Urlaubshöfen: Treffen Sie frühestmöglich Absprachen mit den Gästen, wie Sie mit der Stornierung verfahren. An Stelle einer Rückzahlung können Sie beispielsweise einen Reisegutschein ausstellen, damit der Gast den Urlaub zu einem späteren Zeitpunkt nachholen kann.
  6. Falls Sie Ostertorten außer Haus liefern wollen, dann machen Sie Ihren Lieferdienst in der Presse, auf der eigenen Webseite oder in den sozialen Medien bekannt. Überlegen Sie den Prozessablauf von der Bestellung, über die Verarbeitung bis zur Lieferung genau, bevor Sie Ihre Kommunikation starten. Konzentrieren Sie sich beim Angebot auf Ihre Bestseller-Torten. Das steigert die Effizienz in der Prozesskette.
  7. Suchen Sie Kooperationspartner, zum Beispiel Direktvermarkter in Ihrer Umgebung, um Angebote für Kunden sinnvoll miteinander zu verknüpfen.

Sie können ab sofort auch Tipps liefern. Selbstverständlich werden alle Anmerkungen vertraulich behandelt und anonym veröffentlicht. Sie erreichen Birgit Jacquemin unter Tel. 0251 2376 380 oder birgit.jacquemin@lwk.nrw.de

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